Forschungsprojekt:
Flexible Schreiber in der Sprachgeschichte

Nachwuchsforschergruppe an der FAU Erlangen,
gefördert vom Elitenetzwerk Bayern (09/2017 – 08/2023)


Leitung: Dr. Markus Schiegg

   Aktuelle Termine:


17.03.2021
Katharina Gunkler-Frank hält den Vortrag "Clitics in German patient letters from the 19th and 20th centuries" bei der HiSoN-Tagung Intra-Writer Variation in Historical Sociolinguistics.

24.09.2020
Markus Schiegg hält den Vortrag "Graphematische Variation im Textverlauf: Untersuchungen an historischen Patientenbriefen" bei der Tagung Historische Schrift- und Schriftlichkeitsforschung (Virtuelle Tagung) der Gesellschaft für germanistische Sprachgeschichte, Universität Regensburg.

23.09.2020
Markus Schiegg leitet den Workshop Historische Handschriften aus 1000 Jahren deutscher Sprachgeschichte lesen (Virtueller Workshop) im Rahmen der Jahreskonferenz der Gesellschaft für germanistische Sprachgeschichte, Universität Regensburg.

  • Diese Internationale Nachwuchsforschergruppe ist angesiedelt am Lehrstuhl für Germanistische Sprachwissenschaft
    (Prof. Dr. Mechthild Habermann) der FAU Erlangen-Nürnberg und kooperiert mit dem Elitestudiengang Ethik der Textkulturen der Universitäten Erlangen und Augsburg. Sie beschäftigt sich mit der Erfassung, digitalen Publikation und Analyse historischer, zensierter Patientenbriefe aus drei Regionen – Süddeutschland, Norddeutschland und Großbritannien.

  • In psychiatrischen Anstalten des 19. und frühen 20. Jahrhunderts herrschte die Praxis, einige der von den damaligen Patientinnen und Patienten verfassten Briefe zurückzuhalten und nicht abzusenden. Die Nachfolgeinstitutionen bzw. staatliche Archive bewahren die damaligen Patientenakten auf, in denen sich die Briefe bis heute befinden.

  • Gut 2.000 solcher Briefe und weitere Texte der Patienten -- Lebensläufe, Notizen, Gedichte etc. -- sollen im Forschungsprojekt digitalisiert, nach den TEI-Standards im XML-Format transkribiert und online publiziert werden, um ein für unterschiedliche Disziplinen frei zugängliches Korpus zu erstellen. Die Patienten erhalten damit ihre 'Stimme' zurück, die ihnen damals verwehrt wurde.

  • Die anschließenden Analysen fokussieren auf variationslinguistische, patholinguistische, sprachhistorische und ethische Fragestellungen.






Alle Abbildungen: © Bezirkskrankenhaus Kaufbeuren

Im Uhrzeigersinn:
  1. Psychiatrische Anstalt Kaufbeuren, Süddeutschland (gegründet 1878) [ca. 1920]
  2. Brief von Balbina H., Patientin der psychiatrischen Anstalt Irsee (gegründet 1849), an ihre Tochter Anna [Aktennr. 1996; 02.09.1909]; Transkription; siehe auch Schiegg (2015)
  3. Schriftprobe bei Kreszenz W.'s Aufnahme in Kaufbeuren, eingeklebt in ihre Krankengeschichte [Aktennr. 1878; Oktober 1912]; siehe Schiegg & Thorpe (2017)
  4. Heinrich B.'s Akte [Nr. 604; 1867]
  5. Zeichnung von Jakob S. [Nr. 908; 1892]