Teil des Forschungsprojekts:
Flexible Schreiber in der Sprachgeschichte

Nachwuchsforschergruppe an der FAU Erlangen,
gefördert vom Elitenetzwerk Bayern (2017 – 2022)


Leitung: Dr. Markus Schiegg

   Aktuelle Termine:


12.01.2019
Markus Schiegg hält den Vortrag "Flexible Schreiber im Alt- und Mittelneuhochdeutschen" an der Universität Bonn.

29.01.2019
Markus Schiegg hält den Vortrag "Sprech- und Schreibstörungen sowie deren Ursachen: Einblicke in das Forschungsfeld der Patholinguistik" an der VHS Erlangen, Vorlesungsreihe "Studium generale -- Thema Sprache".

01.02.2019
Franziska Eber hält den Vortrag "Textlinguistische Untersuchungen von historischen Patientenbriefen" beim Atelier des Interdisziplinären Zentrums für Dialekte und Sprachvariation an der FAU Erlangen.

25./26.04.2019
Workshop Intraindividuelle Variation in der Sprache an der Universität Salzburg, organisiert vom Department Germanistik und Komparatistik der FAU (Markus Schiegg und Alexander Werth) und den Fachbereichen für Germanistik sowie Anglistik und Amerikanistik der Universität Salzburg (Lars Bülow und Simone Pfenninger).


  • Diese Internationale Nachwuchsforschergruppe ist angesiedelt am Lehrstuhl für Germanistische Sprachwissenschaft
    (Prof. Dr. Mechthild Habermann) der FAU Erlangen-Nürnberg und kooperiert mit dem Elitestudiengang Ethik der Textkulturen der Universitäten Erlangen und Augsburg. Sie beschäftigt sich mit der Erfassung, digitalen Publikation und Analyse historischer, zensierter Patientenbriefe aus drei Regionen – Süddeutschland, Norddeutschland und Großbritannien.

  • In psychiatrischen Anstalten des 19. und frühen 20. Jahrhunderts herrschte die Praxis, einige der von den damaligen Patientinnen und Patienten verfassten Briefe zurückzuhalten und nicht abzusenden. Die Nachfolgeinstitutionen bzw. staatliche Archive bewahren die damaligen Patientenakten auf, in denen sich die Briefe bis heute befinden.

  • Gut 2.000 solcher Briefe und weitere Texte der Patienten -- Lebensläufe, Notizen, Gedichte etc. -- sollen im Forschungsprojekt digitalisiert, nach den TEI-Standards im XML-Format transkribiert und online publiziert werden, um ein für unterschiedliche Disziplinen frei zugängliches Korpus zu erstellen. Die Patienten erhalten damit ihre 'Stimme' zurück, die ihnen damals verwehrt wurde.

  • Die anschließenden Analysen fokussieren auf variationslinguistische, patholinguistische, sprachhistorische und ethische Fragestellungen.





Alle Abbildungen: © Bezirkskrankenhaus Kaufbeuren

Im Uhrzeigersinn:
  1. Psychiatrische Anstalt Kaufbeuren, Süddeutschland (gegründet 1878) [ca. 1920]
  2. Brief von Balbina H., Patientin der psychiatrischen Anstalt Irsee (gegründet 1849), an ihre Tochter Anna [Aktennr. 1996; 02.09.1909]; Transkription; siehe auch Schiegg (2015)
  3. Schriftprobe bei Kreszenz W.'s Aufnahme in Kaufbeuren, eingeklebt in ihre Krankengeschichte [Aktennr. 1878; Oktober 1912]; siehe Schiegg & Thorpe (2017)
  4. Heinrich B.'s Akte [Nr. 604; 1867]
  5. Zeichnung von Jakob S. [Nr. 908; 1892]